"Kirche in unserer Stadt"

so heißt das wöchentlich erscheinende gemeinsame Mitteilungsblatt der sieben katholischen Gemeinden im Pastoralverbund Schwerte. Es erfüllt eine wichtige Aufgabe, die in Gedichtsform einmal wie folgt beschrieben wurde:

Ein Tatbestand sich so benennt:
"Ein Ochs frisst nichts, was er nicht kennt!"
Weshalb dann das besagte Vieh
erweitert den Gesichtskreis nie.
Betrüblich, dass so mancher Christ
ganz ähnlich diesem Ochsen ist
und jahrelang nicht einmal sieht
was Gutes nebenan geschieht.

Zwar kennt er Kirche per TV
und fühlt sich so besonders schlau;
doch im direkten Nahbereich
ist seine Kenntnis zwergengleich:
Soweit es um Gemeinde geht
hält er beflissen Null-Diät!
Er hat sein Sach' auf Gott gestellt,
ihm reicht die virtuelle Welt.

Dass Glauben in die Binsen geht
fehlt Bodenhaftung ganz konkret -
das hält er bloß für ein Gerücht.
"Was er nicht kennt, das frisst er nicht!"
Warum dem Ochsen das passiert?
Oft ist er schlicht nicht informiert
Wo wie und wer an was und wann
vor Ort man Anteil nehmen kann.

Dabei gibt´s längst das Instrument
durch das man alle Fakten kennt.
Es ist das Schwerter Kirchenblatt.
Es bringt pro Woche für die Stadt
was kirchenmäßig wichtig ist
und anderswo man oft vermisst.
Drum Christ, o bleib kein Wiederkäuer!
Lies´ Kirchenblatt! Es ist nicht teuer.






Bezugsmöglichkeiten




Geschichte des Blattes




Bezugsmöglichkeiten gibt es in unterschiedlichen Formen:

  1. Dom-Abonnent, monatlich 6,05 € (wird ins Haus gebracht)

  2. Aus der Kirche mitnehmen oder mitbringen lassen (Stück 25 Ct.)

  3. Per Internet kann man sich das Mitteilungsblatt im PDF-Format mailen lassen. Kostenlos.
    Was muss man tun?
    Eine kurze Nachricht an kircheius@gmx.de mailen


  4. Wer eine ältere Ausgabe des Mitteilungsblatt haben möchte kann diese aus datenschutzrechtlichen Gründen nur im Pfarrbüro anfordern.



Die Geschichte
des Blattes ist nicht uninteressant.



Als "Kirchlicher Anzeiger" erschien es als eine von neun Ausgaben Dortmunder Gemeinden im Jahre 1911 zum ersten Mal. Außer kurzgefassten Gemeindenachrichten enthielt es im gemeinsamen Teil erbauliche Artikel und Kurzgeschichten im Stile der damaligen Zeit.
Dazu gab es praktische Hinweise zu einer christlichen Lebensführung wie beispielsweise

"5 Gebote für die gute Hausfrau (1911)":

  1. Hausfrau, bereite deinem Manne ein sauberes, gemütliches Heim! Wenn er sich daheim recht wohl fühlt, geht er nicht ins Wirtshaus.

  2. Sei selber stets freundlich und heiter- der Sonnenschein des Hauses!

  3. Wenn dein Mann müde von der Arbeit heimkommt, so plage ihn nicht regelmäßig mit der Aufzählung kleiner, häuslicher Sorgen!

  4. Halte dem Heimkehrenden pünktlich das Essen bereit!

  5. Koche gut! Denn, wenn ihm schlecht das Essen zu Hause schmeckt, dann um so besser das Trinken im Wirtshaus.

Kulturgeschichtlich interessant sind auch die Annoncen im zeitgenössischen Stil. In der Ära des sagenumwobenen Pfarrer Schnurbus (bis 1933) erfreuten sich besonders seine Aufrufe zu Sammlungen und Kollekten großer Beliebtheit.

Hier eine Kostprobe:

1927 / 6. Nov. Börsenbericht
Antoniusbank.Opferstock:
12,50 Mk. Et geit, seggt Burlala!
Franziskuskasse-Heidenmission.
Opferstock: 2,56 Mk. Nit weit her, seggt Burlala!
St. Peterskasse.
Opferstock: Ten Penje, segg se, und Hiäschen!
Bonifatiuskasse. Opfer- Stock: 1,46 Mk.
Damit kann auch kein Staat gemacht werden.
O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du geschwunden!


Der "Kirchliche Anzeiger" war aber bei allem Hang zur Erbaulichkeit keinesfalls eine harmlose Postille. Gegen den aufkommenden Nationalsozialismus zog er mit einer Schärfe zu Felde, die noch heute beeindruckt.
In einem Artikel vom 24.4.1932 unter der Überschrift "Hitler erwache" (Anspielung auf die Nazi-Parole: "Deutschland erwache") heißt es u.a.: "Ihre ganze Gefolgschaft bedeutet für Sie eine einzige Gewissensbetäubung" ...
"Noch selten hat ein Mensch soviel Geistesknechtschaft verlangt wie Sie, der Herold der deutschen Freiheit" ...
"Hass gegen alles, was gegen uns steht ... jetzt werden keine Gefangenen gemacht, jetzt wird kein Pardon mehr gegeben". -
"Das ist die Sprache der Irrsinnigen. Und das positive Christentum? Evangelium des Hasses? Herr Hitler, was sagt Ihr Gewissen?" ...
"Auf Ihrem Gewissen lastet die Schuld des Verderbens an der Jugend. Was Sie in Jahren Ihrer Wirksamkeit an der Jugend verschuldet haben, das löschen Sie so rasch nicht mehr aus."

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 war dann auch das Schicksal des "Kirchlichen Anzeigers" abzusehen. Wie alle anderen Drucksachen wurde er der "Reichsschrifttumskammer" unterstellt.
Es durften nur noch religiöse Artikel erscheinen. Die Ablehnung des Nationalsozialismus musste sich jetzt verstecken in Überschriften wie: "Lasset euch nicht irre machen. Haltet nur Christus heilig in euren Herzen" oder in gesperrt oder fett gedruckten Zeilen.
Wenn zum Beispiel in einem Artikel zur Überwindung des Bolschewismus gesperrt geschrieben wurde: "Es ist also der Bolschewismus in erster Linie eine Antigottbewegung. Der Bolschewismus kann also allein von der Religion überwunden werden ... Die Menschen werden begreifen, dass es unmöglich ist ein Christ zu sein, wenn man nicht eintritt für eine Ordnung auf Erden in der Gerechtigkeit und Liebe herrschen", dann war das für die Zwischen-den-Zeilen-Leser der damaligen Zeit ein Impuls, vom Bolschewismus auf andere zu schließen.
Aber auch der erzwungene Rückzug auf das rein Religiöse konnte den "Kirchlichen Anzeiger" nicht retten.
1936 musste er mit dem 27. Jahrgang sein Erscheinen einstellen.


Erst mit dem Amtsantritt von Pfarrer Wilhelm Stelzner erlebte der "Kirchliche Anzeiger" eine Wiedergeburt, jetzt unter dem Titel: "Kirchliches Mitteilungsblatt".


Die theologischen oder lebenspraktischen Artikel überließ man jetzt der Bistumszeitung "Der DOM", als dessen Beilage das Mitteilungsblatt künftig firmierte.
Über die Gemeindenachrichten hinaus sieht das Blatt seither seine Aufgabe darin, Interessierte, in erster Linie Gemeindemitglieder, durch Einladung zu Veranstaltungen und Hinweise auf Aktivitäten oder Neuerscheinungen zum Hingehen, Mitmachen, Nachlesen und Aktivwerden zu motivieren. Einen besonderen Akzent hat das Blatt in den letzten Jahren gewonnen als Instrument gegenseitigen Informationsaustausches aller Schwerter Gemeinden.
Hauptanliegen: Dass die Stadt Schwerte als Lebensraum aller Gemeinden und Gemeindemitglieder in den Mittelpunkt des Bewusstseins rückt.
Folgerichtig änderte das Blatt 1997 deshalb seinen Titel und heißt seither: "Kirche in unserer Stadt".

Abschließend noch ein Blick auf die Werbung für das Gemeindeblatt. Hieß es 1925 z.B. noch: "Jedermann lese nicht nur den "Kirchlichen Anzeiger", sondern suche auch in den Kreisen seiner Freunde und Bekannten einen Abonnenten zu gewinnen", lautete 1929 die Aufforderung kurz und knapp: "Haltet den "Kirchlichen Anzeiger". " Empfehlt ihn solchen Familien, die ihn noch nicht halten!"
1933 hatte die Werbung den folgenden Inhalt: "Das Kirchenblatt macht als Vertreter des Pfarrers in jeder Woche in jeder Familie einen wahrhaft seelsorglichen Hausbesuch. Hilf darum, es zu verbreiten!"
Witzig machte es dann nach der Umstellung "Kirche in unserer Stadt" auf sich aufmerksam mit 13 gereimten Werbespots, die hier zur "Beherzigung" folgen:

1.
Bei Müllers kam der Storch vorbei,
ein Baby tat den ersten Schrei.
Wann findet seine Taufe statt?
Die Antwort steht im Kirchenblatt


2. 
"Stimmt´s, dass das Brautpaar Poggenstiel
jetzt endlich kirchlich trauen will?"
Die Wahrheit steht, da biste platt,
(sofern sie stimmt) im Kirchenblatt.
3.
 Vom PGR, von Kirchensteuer,
von Jugendtreff´s, von Osterfeuer,
willst alles wissen Du präzis?
Kauf´s Kirchenblatt, nimm hin und lies!


4.
 Der Inserent im Kirchenblatt
empfiehlt den Christen, was er hat;
sodass, wer sucht, auch Gutes findet
und Ird- und Himmlisches verbindet.
5.
 Durch Glockenläuten informiert
die Kirche, DASS jetzt was passiert.
WAS da präzise findet statt,
erfährst Du durch Dein Kirchenblatt.


6.
 Ganz unterschiedlich int´ressiert,
die Altersstufen, was passiert.
Im Kirchenblatt man ALLES find´
für Vater, Mutter, Yuppi, Kind. .
  7.
 Ein Mensch erfüllt vom Sangestrieb,
möcht´ singen mehr als "piep, piep, piep"
Wo das in Kirchenchören geht,
präzis´ im Kirchenblatte steht.


8.
 Ein Christenmensch als Sündenkloß
würd´ das, was ihn bedrückt, gern los.
Wann findet denn die Beichte statt?"
Die Zeiten stehn im Kirchenblatt
9.
 Verschoben ist das Weltgericht?
Weshalb verflixt weiß ich das nicht?"
Die Panne wär´ Dir nicht passiert
hätt´st Kirchenblatt Du abonniert!


10.
 "Sich bald in Schwerte sehen lässt
der PAPST!" - behauptet jemand fest.
Wie kann man wissen, ob der lügt?
Ein Blick in´s Kirchenblatt genügt.
11.
 Das clevere Gemeindeglied
weiß immer, WAS WO WANN geschieht,
dieweil es längst ein Abo hat
von seinem Schwerter Kirchenblatt.


12.
 Mit Gott zu sprechen ungestört,
geht da nicht, wo man Handys hört.
Das Kirchenblatt, das kündigt an,
Wo man in Ruhe beten kann.
13.
 Bei Petrus hoch auf Wolke sieben
wird Irdisches nicht mehr beschrieben.
Drum liest der, wenn er Pause hat,
wie Du das Schwerter Kirchenblatt.

 


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