Kinderkirche Bottrop – Vorbild für Villigst?

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Kinderkirche Bottrop – Vorbild für Villigst?

Eine große Delegation von Gemeindemitgliedern unter Führung von Pfarrer Peter Iwan und Gemeindereferentin Elsbeth Bihler hat sich die “Kikeriki”-Kinderkirche St. Peter in Bottrop (Pfarrei St. Joseph) angesehen. Die Schwerter konnten einem sehr gut besuchten Kinder-Wortgottesdienst beiwohnen. Bekanntlich wird für das Schwerter Gemeindezentrum St. Thomas Morus in Villigst eine neue, attraktive Nutzung gesucht – die Umrüstung zur Kinder- und Familienkirche ist die Idee. Vieles, was die Schwerter in St. Peter in Bottrop gesehen und erlebt haben, könnte sich auch in Villigst verwirklichen lassen.

Der erste Eindruck: Vom Turm grüßt ein buntes Transparent. Und es gibt einen kleinen Zaun vor der Kirche – kein Kind kann vom Kirchplatz unbeaufsichtigt auf die Straße laufen. An so viele Dinge wurde bei der Umwidmung und Ausrüstung der kleinen Kirche gedacht – so viele kleine Details, die aber Kindern das Kirche-Erleben verschönern oder überhaupt auch erst möglich machen. Zum alten Taufbecken gleich hinter der Eingangstür, das auch Weihwasserbecken ist, führt eine kleine Treppe; die imposante Schutzmantelmadonna ist eine kindgerechte Gebetstation geworden, unter jedem alten Bleiglasfenster hängt eine Malwand, es gibt Basteltische, ein tolles Kuschel- und Vorlesezelt und und und.

Man merkt schnell, dass hier mit Bedacht, Augenmaß, Freude und viel Sachverstand gearbeitet wurde. Direkt hinter der Kirche ist der Kindergarten, dessen Leiterin Petra Eberhardt für Aufgaben der Kinderkirche freigestellt wurde. Zusammen mit einer Erzieherin mit religionspädagogischer Ausbildung und vielen Helfern aus der Gemeinde wurde in St. Peter eine fantasieanregende, zugleich aufs Wesentliche führende Kinderkirche verwirklicht.

Auch in Bottrop leeren sich die Kirchenbänke zusehends, so manche Kirche hat ein ungewisses Schicksal – sie wird nicht mehr gebraucht. Damit das St. Peter nicht passiert, wurde im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses mit dem zuständigen Bistum in Essen die Idee der Kinderkirche verwirklicht. “Kikeriki” heißt hier “Kinder kennen richtig Kirche”. Die benachbarte Kindertagesstäte, ein anerkanntes Familienzentrum, nutzt St. Peter schon lange, es wurde aber immer bemerkt, dass Kinder sich in den Bänken der Erwachsenenkirche nicht wohlfühlten. Nicht zuletzt um die Kinder wieder in den Mittelpunkt des Gemeindelebens zu stellen hat Petra Eberhardt den neuen pastoralen Schwerpunkt Kinderkirche in der Gesamtpfarrei St. Joseph initiiert. Erfolgreich, wie sich heraustellt, denn die Kirche wird wieder voller – nicht nur Familien kommen wieder mehr, auch Trauungen und ganz “normale” Messen finden wieder mit angemessener Besucherzahl in St. Peter statt.

128.000 Euro musste die Pfarrei aufbringen, 85 Prozent der Summe waren Zuschüsse des Bistums. Im Altarraum wurde lediglich der Tabernakel etwas versetzt, ein überdimensionaler bunter Hahn dominiert das Podest, auf dem auch ein Teppich zum Draufsitzen ausgerollt werden kann. In der ehemaligen Werktags- und Taufkapelle ist das Erzählzelt aufgebaut – so wie es das zu Zeiten Jesu auch gegeben hat. Alle Bänke sind entfernt, es gibt bunte Stühle für die Erwachsenen und kleine, variable Sitzgelegenheiten oder bunte Kissen für die Kinder. Malwände und Basteltische, ein von Kindern gestalteter Kreuzweg und viele Bibelfiguren aus Stoff und Plüsch können bespielt und benutzt werden.

An zwei Vormittagen in der Woche ist die Kinderkirche geöffnet für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen. Eine Fachkraft aus dem Familienzentrum betreut die Besucher dann mit. Samstags sind im Wechsel mal um 10.30 Uhr, mal um 15 Uhr kindgerechte Wortgottesfeiern.

Lesen Sie dazu auch den Bericht über den Umbau von St. Agnes in Hamm. Außerdem gibt es zwei Bildergalerien dazu.