Dr. Yesudasan Remias ist neuer Priester in Schwerte

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Dr. Yesudasan Remias ist neuer Priester in Schwerte

Schwerte. Ein glückliches Zusammenspiel vieler Zufälle sorgt für personelle Entlastung im Hauptamtlichen-Team der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien: Dr. theol. Yesudasan Remias wird ab sofort für einige Jahre als zusätzlicher Priester in Schwerte wirken. Pfarrer Peter Iwan und Vikar Oliver Schütte können einige Aufgaben abgeben, Dr. Remias wird aber auch neue Impulse geben und zusätzliche theologische und seelsorgliche Angebote machen.

Das jüngste Kind einer neunköpfigen christlichen Fischerfamilie aus dem indischen Bundesstaat Kerala hat über den Umweg über die katholische  Priesterausbildung in Poona in Indien, die Universitäten Löwen in Belgien, Harvard in den USA und Paderborn den Weg an die Ruhr gefunden. Remias ist Experte für den christlich-hinduistischen Dialog, hat darüber auch promoviert. Dazu hat er Sanskrit und Hebräisch gelernt.

Der Erzbischof von Trivandrum hatte ihn 2008 zum Priester geweiht, dann hat er in einer Gemeinde gearbeitet, parallel englische Literatur studiert und mit einem Master abgeschlossen. 2011 schickte ihn sein Bischof an die Universität Löwen. Remias promovierte dort im Fach Altes Testament, den Doktortitel trägt er seit Mai 2019. Weil er als Priester Urlaubsvertretungen in einer Gemeinde in Salzgitter gemacht hat, konnte er sehr gut Deutsch lernen.

Weil er über Gottesbilder in der Bibel und Gottesbilder im Hinduismus forscht, konnte er bei dem wichtigsten Experten für Komparative Theologie in den USA, Frances Clooney, in Harvard studieren. Clooney wiederum arbeitet eng mit dem deutschen Wissenschaftler Prof. Dr. Klaus von Stosch an der Universität Paderborn zusammen. Um selbst mal Professor zu werden und einen Lehrstuhl zu bekommen, wird Yesudasan Remias sich bei Prof. von Stosch habilitieren. Von Stosch hat über das erzbischöfliche Generalvikariat eine Gemeinde für Dr. Remias suchen lassen, das wurde Schwerte.

„Die praktische pastorale Arbeit hilft der Wissenschaft immer“, begründet Yesudasan Remias sein „Doppelleben“ als Priester und Wissenschaftler. „Man muss Gott bei den Menschen fühlen, da beginnt die Theologie, nicht in den Büchern“. Remias wird für die Dauer der Habilitation mit einer halben Stelle pastorale Arbeit in der Pfarrgemeinde St. Marien leisten. Im bereits begonnenen Wintersemester hält er eine Vorlesung zum christlich-hinduistischen Dialog an der Universität Paderborn.

Welche Aufgaben er in der Schwerter Gemeinde konkret übernehmen wird, wird noch abgesprochen. Was sein Erzbischof nach dem Abschluss der Habilitation mit ihm vorhat, weiß Yesudasan Remias natürlich noch nicht: „Jetzt lebe und arbeite ich in Schwerte und freue mich darüber sehr!“