Jeden Tag um 19 Uhr: Kerze ins Fenster und Glocken hören

Home Blog Beiträge Jeden Tag um 19 Uhr: Kerze ins Fenster und Glocken hören

Exemple

Jeden Tag um 19 Uhr: Kerze ins Fenster und Glocken hören

Der offene Glaubenstreff, eine seit mehreren Jahren bestehende Initiative aus Ergste und Holzen, macht auf eine Aktion des Pastors Christoph Wichmann aus Oberhausen aufmerksam. Diese ist über die Medien schon weit ins Land getragen worden. Er schreibt: „Liebe Schwestern und Brüder, der Corona-Virus fordert uns und schränkt unser Gemeindeleben auf existentielle Weise ein. Trotzdem gilt es zuversichtlich zu bleiben und auf Gottes gute Wegbegleitung zu vertrauen. Daher laden wir Sie zu einem Hoffnungszeichen ein. Wir möchten mit Ihnen einmal am Tag ganz bewusst in Solidarität beten. Dazu zünden Sie bitte in Ihrem Zuhause täglich um 19 Uhr eine Kerze an und stellen Sie diese sichtbar auf die Fensterbank. Dann beten wir als Christinnen und Christen gemeinsam in ökumenischer Verbundenheit das „Vater Unser“. So bleiben wir in dieser schwierigen Zeit Lichtzeugen und eine solidarische Gebetsgemeinschaft. Bitte machen Sie mit!“

Die Quelle der Idee mit der Kerze ist die Pankratius-Gemeinde in Oberhausen, hier kann man das nachlesen: Download.

An Kirchen in ganz Deutschland läuten jeden Abend um 19 Uhr parallel zur Kerzenaktion die Glocken, auch alle mit einem Läutwerk bestückten katholischen Kirchen der Pfarrgemeinde St. Marien.

Gemeindeassistentin Judith Ecke hat dazu einen Text geschrieben:

„Liebe Gemeinde,

für viele von uns ist es ein alltägliches Geräusch geworden – das Glockengeläut. Wahrscheinlich fällt es vielen von Ihnen auch gar nicht mehr so unmittelbar auf, dass unsere Glocken dreimal täglich läuten.
In den letzten Tagen ist es mir persönlich jedoch sehr ins Bewusstsein getreten. Dreimal am Tag klingen hell und klar die Glocken der verschiedenen Kirchtürme durch die Stadt und geben mir ein Gefühl der Hoffnung und des Zusammenhalts.
Doch warum werden die Glocken eigentlich zu welcher Uhrzeit geläutet?
Am Morgen rufen die Glocken zu den Laudes, zum Morgenlob (sh. Gotteslob Nr. 11,2ff od. Nr. 614)
Am Mittag rufen die Glocken zum Angelus-Gebet, zum Engel des Herrn (sh. Gotteslob Nr. 3,6).
Am Abend rufen die Glocken zur Vesper, zum Abendgebt (sh. Gotteslob Nr. 11,5f od. Nr. 627).
Vielleicht kann es für den ein oder anderen in den nächsten Tagen ein ganz bewusstes Zeichen der Unterbrechung in diesem doch so anderen Alltag werden. Übrigens haben sich die beiden großen Kirchen in der Stadt entschlossen, jeweils abends um 19 Uhr zu läuten. Zusammen mit einer Kerze im Fenster, dem persönlichen Gebet des Vaterunsers, der Stille, des Lauschens. Auf die Glocken. Auf Gottes Zuversicht und sein Vertrauen…“

Judith Ecke, Gem.-Ass.