Den Glauben ins Leben stellen

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Den Glauben ins Leben stellen

„Ertragt einander und vergebt“, Kolosser 3, Vers 13. Für die jetzt aus dem aktiven Berufsleben ausscheidende Gemeindereferentin Elsbeth Bihler war das die Lebens-Maxime. Zahllose Denkmäler hat sich „Elli“ selbst gesetzt, man denke allein an die rund 70 Familienwochenenden in Hardehausen. Oder die 25 Jahre Reiterferien, zu denen längst die Kinder der Kinder kommen, die sich zu Beginn anmeldeten. Die Lebensraum-Pastoral, das war ihr Ding – den Menschen in der Gemeinde ganz nah zu sein, sie dort anzunehmen, wo sie gerade waren. Sie zu befähigen selbständig zu werden, ihr Leben in den Glauben stellen und den Glauben in ihr Leben.

Elli war eine Menschenfängerin. Traf sie jemanden Neues irgendwo, bei irgendeiner Gelegenheit, so witterte sie sofort Charismen und Talente und gewann laufend weitere Mitstreiter für die von ihr angestoßenen Projekte. Nein, sie hatte nicht alle Fäden in der Gemeinde in der Hand, aber die allermeisten Fäden hat sie zuerst angeknotet und dann weitergegeben.

Die berühmten Feuergespräche in ihrem privaten Garten dienten besonderen Formen des Bibel-Teilens. Sie entwickelte die Idee zu den Spiel- und Krabbelgruppen, von denen es heute noch einige unter dem Dach des SkF gibt. Das erste Flüchtlingscafé eröffnete sie kurzerhand im Pfarrheim und überließ Hunderten Schutzsuchenden und ehrenamtlich Helfenden die Immobilie für Monate, während andere die Entwicklung erst noch mit Abstand beäugten. Das war so eine typische Elli-Aktion, die suchenden Menschen im Blick, Ressourcen im Rücken und die Einsicht, nicht alles allein schaffen zu können.

Elli bezeichnet es mit Blick auf ihre Arbeit als großes und unverdientes Glück, dass sie alle ihre Talente und Interessen in den Dienst Gottes hat stellen können. „Eines Tages hatte ich ein Pferd, das sollte eigentlich jemand anderes haben – so hat Sonnenregen angefangen“. Elli hat vor mehr als zweieinhalb Jahrzehnten den gemeindenahen Reitverein gegründet und mit vielen Helferinnen und Helfern zu einem ganz besonderen pastoralen Ort weiterentwickelt. Ein Pferd kam zum anderen, die Villigster Wiesen um St. Thomas Morus wurden zu eng, Dietmar Holtschmidts Hof zwischen Schälk und Ergste wurde Heimstatt eines Erfolgprojektes. Die musischen Reiterferien, bei denen seit mehr als 25 Jahren inzwischen viele Tausend Kinder und Jugendliche den Sinn des Miteinanders und die Verantwortlichkeit der Schöpfung gegenüber kennengelernt haben, sind die am längsten ununterbrochen andauernden Ferienspaß-Maßnahmen in Schwerte. Der Pfarrgemeinde gehört Sonnenregen nicht, aber Sonnenregen gehört zur Pfarrgemeinde und ist selbstverständlicher pastoraler Ort geworden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene pflegen hier ein seltenes Projekt. Elsbeth Bihler hat es angestoßen. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Denst als Gemeindereferentin wird sie Sonnenregen treu bleiben.

Unter dem organisatorischen Dach vom Sonnenregen hat Elsbeth Bihler auch ihr musikalisches Talent zur Geltung kommen lassen (und nicht nur da…). Die Gitarren- und Flötenkurse bzw. die Kursgebühren dafür haben zur Finanzierung von Sonnenregen beigetragen.

 

Das Gästebuch ist mit folgendem Link zu erreichen:
https://www.schwerterkirchen.de/gaestebuch-zur-verabschiedung/