„Ich habe da mal eine Idee“

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„Ich habe da mal eine Idee“

Das war der gefürchteste Satz zu Beginn ihrer Arbeit in Schwerte. Wenn Pfarrer Riepe, der später ein enger Freund wurde, diesen Satz von seiner jungen Gemeindereferentin hörte, verdrehte er mit gespieltem Entsetzen die Augen. In Karlsruhe geboren, in Neuss aufgewachsen, studierte Deutsch-, Musik- und Religionslehrerin (1977), studierte Religionspädagogin (Paderborbn 1982) – wenn Riepe geahnt hätte, was ihm da am 1.3.1983 ins Pfarrhaus an der Haselackstraße schneite, er hätte sich das Augenrollen schneller abgewöhnt.

Bei allen Ideen, die Elli hatte, war der Gedanke der Verselbständigung des Projektes immer mit dabei. Jedes Projekt, das sie anstieß, muss auch ohne sie laufen können. „Ich habe einen ungeheuren Respekt vor den Ehrenamtlichen entwickelt, denn die haben ja all‘ das noch neben ihrem Beruf und der Familie gemacht, bei mir war das ja der Beruf“.

So hat sie auch zahllose Fortbildungen für Religionslehrerinnen und -lehrer, für Priester, für Erzieher und Erzieherinnen an vielen Ort in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz gestaltet – und immer neue Ideen, neuen Schwung mit nach Schwerte gebracht. 1989 konnte sie es nicht mehr mit ansehen, dass die Vorbereitung der Kommunionkinder ohne Beteiligung der Eltern stattfinden sollte. Elsbeth Bihler entwickelte eine Form der Familienpastoral, die sich im ganzen deutschsprachigen Raum in katholischen Gemeinden verbreitete. Um nicht immer wieder alles selbst zu erklären, um die Ehrenamtlichen teilhaben zu lassen an ihrem Erfahrungsschatz, dafür schrieb sie etliche heute noch unverzichtbare Standardwerke.

Auch das inzwischen mit Recht berühmte und in zahllosen Auflagen erschienene „Schwerter Liederbuch“ ist aus der Überzeugung heraus entstanden, dass man es den zumeist ehrenamtlichen Leistungsträgern in den Gemeinden einfacher machen müsse.

Offen für alles:

Das alljährliche (leider in 2020 der Pandemie zum Opfer gefallene) Weihnachtssingen im Marienkrankenhaus zu Schwerte, das ist eine typische Einrichtung, an der sich die Charaktereigenschaften und Charismen der Elsbeth Bihler anschaulich darstellen lassen. Aus einer typischen Elli-Spontan-Idee wird ein Selbstläufer, der auch nach Jahrzehnten seine Bewegung nicht verloren hat.

Egal, ob man singen kann, oder nicht – ein Heiligabend-Vormittag ohne die Treppenhaus-Konzerte im Krankenhaus ist für zig Schwerterinnen und Schwerter, Große und Kleine, Musiktalente und Dilletanten, Gemeindemitglieder oder Kirchenferne, Alteingesessene oder Neu-Schwerter nicht mehr wegzudenken.

Ja, Elsbeth Bihler steht meist in der Mitte der unüberschaubaren großen Menge und versucht ein bisschen zu dirigieren. Dabei geht es Elli nicht um das Stehen im Mittelpunkt, um das Gesehenwerden. Es geht ihr ihr darum andere teilhaben lassen zu können, zu dienen, Werkzeug zu sein. Vielleicht wird es das Weihnachtssingen im Krankenhaus auch mal ohne Elbsteh Bihler geben (müssen). Niemals aber wird man vergessen, wie es begann. Ellis Idee…

Das Gästebuch ist mit folgendem Link zu erreichen:
https://www.schwerterkirchen.de/gaestebuch-zur-verabschiedung/