Abschied von einer Kollegin

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Abschied von einer Kollegin

Eigentlich bin ich ja mit Elsbeth Bihler groß geworden, denn als Kommunionkind in meiner Siegener Heimat haben wir mit ihrem Buch gearbeitet und aus ihrem Liederbuch gesungen. Meiner Schwester schenkte ich Ellis Symbol Bücher zum Geburtstag, weil sie diese Religionslehrerin unbedingt wollte. Und als ich an der katholischen Fachhochschule mit 20 Jahren ein Seminar bei ihr belegt habe, war ich deswegen furchtbar aufgeregt, solch eine bekannte Religionspädagogin zu treffen. Als ich mich 10 Jahre später in Schwerte auf die freie Stelle bewarb, traf ich Elsbeth Bihler dann als neue Kollegin. Ich weiß noch, wie nervös ich vor der ersten Begegnung war – und weil Elli eben Elli eben Elli ist, war das völliger Unsinn. Denn Aufhebens hat Elli nie um ihre Berühmtheit gemacht. Und doch hat sie durch all ihre Arbeit hier in Schwerte so wie durch ihre unzähligen Arbeitshilfen die Kirche zu einem Ort gemacht, wo Familien sich zu Hause fühlen können, wo Lieder gesungen werden, die Glauben fühlbar machen, wo einfache Bibeltexte gelesen und methodisch erarbeitet werden und so Menschen Gottes Frohe Botschaft verstehen.

Als Kollegin habe ich zehn Jahre mit Elli zusammen gearbeitet. Wir haben zusammen vieles erlebt, miteinander gesungen, gebetet, miteinander beraten, gelacht und betrauert. Wir haben miteinander vorne gestanden, oder von hinten beobachtet, wir haben  viele Stühle miteinander gestellt und überlegt, wie es am besten für alle passt. Wir haben das Kirchenjahr zusammen gelebt und  Traditionen gefeierterhalten. Wir haben viele Stunden im Dienstgespräch und auf Sitzungen zusammen gesessen, pastoralen Prozesse erdacht, Aktionen zusammen durchgezogen, und wir haben natürlich auch gerungen,  uns übereinander geärgert und miteinander gestritten. Eines war immer klar: Jederzeit konnte man sich auf Elli verlassen. Ihr Focus hat mich stets fasziniert: Menschen mit Gott in Berührung bringen, Glauben leben und feiern, dies zieht sich durch unsere Zusammenarbeit. Miteinander auf dem Weg sein und füreinander da sein – wer mit solch einer Kollegin zusammen arbeitet, kann sich glücklich schätzen. Wenn Elli nun in den Ruhestand geht, und an vielen Stellen nicht mehr dabei sein wird, wird sie mir einfach fehlen: Ihre Stimme, ihr Vordenken, ihr Mitdenken, und ihre manchmal störenden verrückten Ideen, bei denen am Ende immer was Gutes raus kommt. Liebe Elli, ich danke dir für die bereichernde Zusammenarbeit. Ich wünsche dir, dass du diese Wochen des Abschieds genießt und freue mich auf die Zukunft, wo du als ehrenamtlich Engagierte  weiter mir und unserer Kirchengemeinde zur Seite stehst, dass wir alle die Zukunft als Christen in Schwerte gestalten, Glauben leben und feiern.

Eva Mehrens

Das Gästebuch ist mit folgendem Link zu erreichen:
https://www.schwerterkirchen.de/gaestebuch-zur-verabschiedung/