„Den Himmel organisieren“

Home Blog Beiträge „Den Himmel organisieren“

Exemple

„Den Himmel organisieren“

Nach 38 Jahren scheidet Elsbeth Bihler an diesem Sonntag aus dem Dienst als unsere Gemeindereferentin in Schwerte aus. Man scheut sich zu sagen, sie gehe in den Ruhestand, denn ständige Ruhe kann man sich bei ihr nur schwer vorstellen. Sie hat ja auch ihren Beruf nie als bezahlten Job angesehen, sondern als Ausdruck ihres persönlichen Glaubens in und mit der Kirche. Deshalb wird sie sich in einigen Bereichen weiterhin freiwillig engagieren.

Neben einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen zur Familienkatechese, hat sie vor einigen Jahren aus ihren Erfahrungen und aus ihren Vorstellungen heraus ein Buch verfasst unter dem Titel: „Den Himmel erträumen – den Himmel organisieren“. Der Titel erscheint zunächst widersprüchlich: Kann man so etwas Unverfügbares wie den Himmel (oder das, wofür dieses Wort steht) denn planen, gestalten, gar „organisieren“? Dennoch legt der Titel viel von Elsbeth Bihlers Person, ihrem Wirken und ihren Anliegen offen.

„Den Himmel erträumen“: Elli ist immer voller Ideen. Aus ihrem geerdeten Glauben heraus sucht sie stets nach Wegen, die möglichst vielen Menschen konkrete Zugänge zur Frohen Botschaft eröffnen können. Die konnten dann auch mal eher unkonventionell sein wie Pferde, die im Gottesdienst mitmachen!
„Du, ich hab mal darüber nachgedacht, ob…“ oder „Mir ist da gestern eine Idee gekommen…“, solche Halbsätze leiteten dann ihre Vorschläge ein, und schon stand etwas Neues im Raum. Und das geschah oft! Dann wurde evtl. bald ein Verein gegründet, ein Unternehmen geboren, ein Projekt entfaltet usw. – Es würde hier den Rahmen sprengen, alles im Detail aufzuführen. Vielen von Ihnen wird dazu allerlei einfallen.

„Den Himmel organisieren“: Bei Elli schließen sich Phantasie und planvolles Vorgehen keineswegs aus, sondern fügen sich zusammen. Dabei ist ihr ein beständiges Anliegen, dass möglichst viele Verantwortung übernehmen und sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können. Ihre eigene Rolle sieht sie v.a. als Inspiratorin und als „Ermöglicherin“. Sie bezieht Menschen ein, traut ihnen etwas zu und befähigt sie, die Kirche vor Ort auf möglichst viele Füße zu stellen. Dabei bleibt sie im besten Sinn eine Dienstleisterin, die oft genug im Hintergrund organisiert, Listen schreibt, Daten sammelt, dokumentiert usw.

Heute spricht man gern von „NetzwerkerInnen“. Das ist Ellis große Gabe: Menschen ansprechen, gewinnen, mitnehmen, verbinden, Raum für Leben und Glauben eröffnen. Wäre Elli damals am See von Galiläa gewesen, als Jesus den Simon und Andreas, den Jakobus und den Johannes von den Booten wegrief und zu Menschenfischern machte, dann hätte er Elli wohl auch gleich mitgenommen!  Wie gut, dass es anders kam und er sie uns hierher nach Schwerte geschickt hat! Gott sei Dank! Und: Vielen Dank Dir, liebe Elli! Sei wohlbehütet!“