Gebetswoche für Europa – Katharina von Siena

Katharina von Siena (6. Juni 2024)

Vom 6. bis 9. Juni 2024 (in Deutschland am 9. Juni) wird das Europäische Parlament neu gewählt. Papst Paul VI. und Papst Johannes Paul II. haben in den Jahren 1964 bis 1999 insgesamt sechs Heilige zu Schutzpatronen Europas erklärt. Das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche Renovabis hat im Jahr 2013 eine Ikone in Auftrag gegeben, die alle diese Schutzpatrone zusammen zeigt. Sie stammt von der Ikonenschreiberin Hildegard Rall.
In der Woche vor der Europawahl stellen wir hier die einzelnen Frauen und Männer vor und erzählen, welche eigenen Begebenheiten wir mit ihnen erlebt, bzw. wie sie, ihre Botschaft und ihr Lebenszeugnis für uns eine besondere Bedeutung erhalten haben. Die Impulse finden Sie jeweils auf der Hauptseite der Pfarreihomepage und gesammelt auch auf dieser Seite.
Wir laden Sie ein, am Gebet für Europa teilzunehmen und in den Anliegen von Frieden, Gerechtigkeit, Versöhnung und Verständigung auf unserem Kontinent zu beten. Heute geht es um die Heilige Katharina von Siena.

 

Ikone "Patrone Europas" | Ausschnitt aus der Ikone von Hildegard Rall (Renovabis)

Katharina von Siena (1347- 1380)

Mehr durch Zufall bin ich während meines Studiums in Rom auf die heilige Katharina von Siena gestoßen, zunächst rein räumlich bei einem Spaziergang, später dann auch geistlich und inhaltlich. Begraben liegt die Italienerin in einem Sarkophag in der Kirche Santa Maria sopra Minerva, ganz nahe beim Pantheon. Die touristischen Massen zieht es eher zu dem antiken Tempel Pantheon als in die Kirche Santa Maria sopra Minerva. Die heilige Katharina von Siena lebte im 14 Jahrhundert. Die große Beterin und Kirchenlehrerin wandte sich gegen die Missstände in der Kirche und Gesellschaft und forderte mit brennendem Herzen die Rückbesinnung auf das Vorbild Jesu Christi. Ja, ihr ganzes Leben, ihr Herz war durch tiefe persönliche und mystische Erfahrungen mit dem lebendigen Jesus förmlich in Brand gesetzt worden. Aus dieser Kraft heraus redete sie Königen, Bischöfen und sogar dem Papst tief ins Gewissen. In einer zerrütteten und zerrissenen Zeit erhob sie ihre Stimme im Namen Gottes für das authentische Evangelium und die Menschen. So wurde Katharina ein Vorbild für viele Christen, später dann auch heilig gesprochen (1461) und noch später sogar zur Kirchenlehrerin (1970) und Patronin Europas (1999) erhoben.

„Wenn wir Mensch die wären, als die uns Gott gemeint hat – wir würden die Welt in Brand setzen“, rief Katharina einmal aus. Mit diesem aufrüttelnden Wort wollte sie ins Bewusstsein rufen, welche unendliche Würde der Mensch als Ebenbild Gottes in den Augen des Schöpfers hat. Wenn der Mensch aus diesem Bewusstsein, Ebenbild Gottes zu sein, seine Kraft schöpft, dann kommt er zu ungeahnten Möglichkeiten und kann diese Welt zu einer besseren wandeln helfen. Dieses Wort ruft Katharina auch uns zu. Mehr denn je ist es vielleicht gerade in dieser Zeitstunde unseres Landes und Europas lebensnotwendig, sich neu ins Bewusstsein rufen zu lassen, dass der Mensch nicht selber Gott ist, aber Ebenbild Gottes mit unendlicher Würde und ungeahnten Möglichkeiten, wenn er sein Herz für seinen Schöpfer öffnet.

Beten wir genau dafür im Hinblick auf die anstehenden Wahlen in Europa. 

Heilige Katharina, bitte für uns!

Christian Laubhold, Pastor

Der Gebetszettel mit den Patronen Europas liegt in den Kirchen unserer Pfarrei aus, Sie finden die Ikone und ausführliche Informationen zu den dargestellten Heiligen aber auch auf der Homepage von Renovabis.

Alle Impulse der Gebetswoche finden Sie auf einer eigenen Unterseite unserer Pfarreihomepage.