Urnengräber unter Weinreben?

Gräber unter Weinreben? In Schwerte gibt es das. In den fast 150 Jahren seines Bestehens ist der katholische Friedhof immer wieder verändert worden. Jetzt passt die Pfarrgemeinde St. Marien ihren Gottesacker erneut dem Wandel der Begräbniskultur an.

Einer der ältesten Friedhöfe in der Stadt hat sich über die Jahre seinen offenen Charakter bewahrt. Beim Spaziergang über das weite, sehr naturnahe Gelände an der Friedhofstraße erschließen sich wunderbare Standorte zum Ausruhen, die weite Blicke über das Ruhrtal ermöglichen. Dabei liegt der katholische Friedhof in Innenstadtnähe gut erreichbar fast direkt an der B236/Hörder Straße.

Der Friedhof bietet unterschiedliche Möglichkeiten, die letzte Ruhe zu finden, Erdbestattungen sind natürlich ebenso möglich wie Urnenbeerdigungen, auf sonnigen Grabanlagen oder im Schatten alter Bäume oder auf einer modernen Grabstätte mit Dauergrabpflegevertrag.

Gärtnermeister Heiner Knostmann und Berthold Hof vom Kirchenvorstand (re.) planen die behutsame Neuausrichtung des Friedhofs.

Schon seit einiger Zeit wird der Friedhof ökologisch aufgewertet und nachhaltig betrieben. Das gelingt unter anderem durch den Verzicht auf unkrautvernichtende Gifte sowie gut begehbare Wege, die Regenwasser zurückhalten.

Seit kurzem ist das Grabfeld „Weinberg“ in der Nähe der Trauerhalle fertig. Hier gestaltet das Team der Friedhofsgärtnerei Knostmann die Grabflächen in ressourcenschonender Pflege und Instandhaltung. Und bald wachsen im Weinberg auch die ersten Trauben!

Mit dem Grabfeld „Weinberg“ zum Beispiel erfüllt die Pfarrei zeitgemäße Anforderungen an die moderne Bestattungskultur. Die herausragend-schöne Gestaltung in besonderer Lage, mit weitem Blick über Schwerte und das Ruhrtal, ist verbunden mit nur einmaligen Pflegekosten, die weit unter den sonst üblichen Preisen liegen. Das Grabfeld „Weinberg“ ist aber nur der erste Schritt der behutsamen Anpassungen.

In Planung sind bereits weitere thematisch gestaltete Grabfelder, um Menschen ansprechende und individuelle Erinnerungsräume für ihre verstorbenen Angehörigen zu schaffen. Inzwischen gibt es schon Streuobstwiesen, wo unter den Obstbäumen Urnengräber angelegt sind. So hat sich der katholische Friedhof, angeregt vom gesellschaftlichen Wandel der Bestattungsformen und des Totengedenkens, allmählich und doch spürbar verändert. Dem trägt auch die kürzlich erneuerte Friedhofssatzung Rechnung.

Kurz informiert:

  • Grundsätzlich kann jede/r Verstorbene im Rahmen der Satzung auf dem katholischen Friedhof bestattet werden.
  • Die Nutzungszeiten für neu zu erwerbende Grabstätten sind dem veränderten Pflegeverhalten angepasst und soweit rechtlich möglich reduziert: für Sarggrabstätten 25 Jahre und für Urnengrabstätten 20 Jahre.
  • Grabstätten mit zwei oder mehreren Grabstellen können nach Ablauf der Ruhefrist geteilt werden, falls der Wunsch besteht abgelaufene Stellen nicht mehr zu pflegen.
  • Seit dem 1. Juni wird der katholische Schwerter Friedhof vom Gemeindeverband der Kath. Kirchengemeinden Ruhr verwaltet. Zuständig im Kompetenzzentrum Friedhof in Dortmund ist jetzt Damian Steinhelfer (tel. 0231/54504596, friedhofsverwaltung@gemeindeverband-ruhr.de).
  • Ansprechpartnerin vor Ort bleibt aber auch Maria Schlottbom im Pfarrbüro der Gemeinde St. Marien an der Haselackstraße 22 (Tel. 16418, marien@schwerterkirchen.de).
  • Die Gemeinde plant Sprechzeiten der Friedhofsverwaltung in einem Büroraum in der Trauerhalle. Näheres wird noch bekanntgegeben.

 

 Alle Fotos: Martin Krehl für St. Marien Schwerte