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Klimafasten 2024

Die Pfarrei St. Marien lädt ein, sich in diesem Jahr an der Aktion „Klimafasten“ zu beteiligen, einer ökumenischen Aktion, die von zahlreichen katholischen und evangelischen Institutionen (u.a. auch dem Erzbistum Paderborn) getragen wird. Klimafasten lädt dazu ein, den Klimaschutz in den Fokus der eigenen geistlichen Gestaltung der Fastenzeit zu stellen. Dafür gibt es beginnend am Aschermittwoch für jede der sieben Wochen der Fastenzeit hier einen Impulstext.

Andere Ernährung… (Klimafasten, Woche 2)

Andere Ernährung… (Klimafasten, Woche 2)

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“, so formuliert es Jesus in der Versuchungsgeschichte (Matthäusevangelium 4,1-11) gegenüber dem Versucher, „sondern (auch) von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“. So spricht Jesus gewissermaßen doppelbödig von der Bedeutung der Ernährung im körperlichen wie im geistigen Sinn, die in der österlichen Bußzeit – der Fastenzeit – eine zentrale Rolle einnimmt. In Abgrenzung von der Versuchung aus seiner Vollmacht heraus aus Steinen Nahrung zu machen, also die Erfahrung der Angewiesenheit auf Nahrung (nach dem Fasten in der Wüste) durch eine wunderbare Nahrungsproduktion zu überwinden, geht es Jesus gerade darum, die Erfahrung der Bedürftigkeit, das Angewiesensein auf Gott in den Mittelpunkt zu stellen und von dorther menschliches Leben zu verstehen: Im Körperlichen und Geistig-Geistlichen aus einer Erfahrung des Sich-Verdankens zu leben, aus der Beziehung zu Gott. Das übt die Fastenzeit traditionell ein durch den Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel.

Heute hat die Versuchung aus Steinen Brot zu machen (in einem übertragenen Sinn) Hochkonjunktur: welche technischen Anstrengungen werden nicht unternommen, um auch aus einem steinigen und kargen Boden einen möglichst hohen Ertrag zu möglichst geringen Kosten zu erwirtschaften und die Lebensmittel dann hunderte Kilometer unter großem Ausstoß von CO2 zu transportieren, damit sie möglichst billig sind. Die Kosten für die Zerstörung der Natur werden dabei kaum beachtet. Wenn wir versuchen, die Haltung Jesu auf unserer Nahrungsmittelkonsum zu übertragen, kann das eine neue Achtsamkeit im Umgang mit unseren Lebensmitteln bedeuten. Es kann bedeuten, auf ökologisch, regional, saisonal und fair produzierte Lebensmittel zu setzen. Regionales Gemüse steht dabei auf Platz 1 der klimafreundlichsten Lebensmittel – und gesund ist es auch noch.

In Bezug auf das Klimafasten kann die Auseinandersetzung mit anderer Ernährung konkret bedeuten: In dieser Woche…
…verzichte ich auf Fleisch und Fisch.
…probiere ich vegane Ernährung aus und lasse tierische Produkte wie zum Beispiel Milch, Eier und Käse weg.
… kaufe ich nur Lebensmittel, die aus meiner Region stammen und die ökologisch und fair produziert sind.
… vermeide ich beim Einkauf klimabelastende Lebensmittel.
… besorge ich mir einen Saisonkalender oder eine -app.
… trinke ich Leitungswasser statt Flaschenwasser, denn die Klimabelastung durch Mineralwasser ist in Deutschland im Durchschnitt 600-mal höher als durch Leitungswasser.
… rette ich Essen und schmeiße keine Reste oder noch verwendbare Lebensmittel weg.
… kaufe ich unverpackte Lebensmittel und nutze vermeintliche Abfälle: Gemüsegrün wird zu Pesto, gekochte Schwarzteebeutel absorbieren Gerüche, Apfelreste werden zu Essig.

Weitere Impulse (u.a. einen ausgearbeiteten theologischen Impuls und eine Audio-Andacht) finden Sie auf der Homepage der Aktion Klimafasten.

Das richtige Maß… (Klimafasten, Woche 1)

Das richtige Maß… (Klimafasten, Woche 1)

Eine Woche Zeit für das richtige Maß. So beginnt das Klimafasten in diesem Jahr.

Das richtige Maß zu finden scheint in der modernen Beschleunigungsgesellschaft zunächst erst einmal etwas aus der Zeit zu fallen: eigentlich geht es doch darum, immer mehr zu erreichen: immer mehr an Gütern, immer mehr an Lebensstandard, immer mehr an Weltreichweite.
Aber macht das wirklich glücklich und zufrieden?
Was brauche ich wirklich?
Was ist das richtige Maß, mit dem ich nachhaltig leben kann?
Und damit auch die anderen das haben, was sie brauchen…

Nach dem richtigen Maß zu suchen, ist so etwas wie die Grundhaltung der Fastenzeit. Es bedeutet, wieder mit sich selbst ins Gleichgewicht zu kommen, dem auf die Spur zu kommen, was ich wirklich brauche.
Dahinter steht auch das Thema „Suffizienz“, die gerade von der Frage nach dem richtigen Maß ausgeht. Sie ist wichtig für Klimagerechtigkeit, denn nur, wenn unser Überkonsum eingeschränkt wird, kann es genug für alle geben. Dabei geht es nicht um Verzicht, sondern um ein verändertes Verständnis von Wohlstand und Glück. Die Glücksforschung zeigt uns, dass ab einem gewissen Grad von materiellem Wohlstand die Zufriedenheit nicht weiter zunimmt. Es kann also befreiend sein, weniger zu konsumieren.

In Bezug auf das Klimafasten kann das ganz konkret bedeuten, in dieser Woche
… denke ich darüber nach, was ich für ein gutes, glückliches Leben brauche.
… kaufe ich nicht das, was ich gerade haben möchte, sondern mache eine Wunschliste und überlege, ob ich das wirklich brauche.
… melde ich mich bei einer Nachbarschafts-App an (z. B. nebenan.de), über die ich Dinge wie Werkzeuge leihen, tauschen oder verschenken kann.
… organisiere ich eine Kleidertauschparty unter Freund*innen, im Kindergarten,in der Kirchengemeinde.
… informiere ich mich über die Aktion „Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!“ des Ökumenischen Netzwerks für Klimagerechtigkeit.
… melde ich einen Verkaufsstand bei einem Flohmarkt an und entrümple meine Wohnung.
… suche ich ein Repaircafé in meiner Nähe und repariere dort meine defekten Geräte.
… organisiere ich eine Andacht zum Thema Suffizienz.

Weitere Impulse (u.a. einen ausgearbeiteten theologischen Impuls und eine Audio-Andacht) finden Sie auf der Homepage der Aktion Klimafasten.